Bayreuth/Berlin (MH) – Mit einer neuen Website erinnern große deutsche Bühnen an Ensemblemitglieder, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Das Portal www.verstummte-stimmen.de fungiere als Recherche- und Bildungsplattform sowie als dauerhaft und global zugänglicher digitaler Erinnerungsort, teilte die Stadt Bayreuth als Träger am Montag mit.
Das Projekt versammelt fast 300 Biografien von Künstlern und Bühnenangehörigen, die zwischen 1933 und 1945 aus deutschen Opernhäusern verdrängt, verfolgt und vielfach ermordet wurden, weil sie Juden waren oder sich gegen das NS-Regime stellten. "Verstummte Stimmen" ist eine Kooperation der Hamburgischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Staatsoper Stuttgart sowie der Dresdner Semperoper und des Staatsschauspiels Dresden.
Die Lebensläufe von Künstlern wie den Dirigenten Otto Klemperer und Erich Kleiber, dem Violinisten und Komponisten Hugo Löwenthal, der Cellistin Margarethe Düsedau und der Schauspielerin Lilli Palmer werden auf der Website von heutigen Ensemblemitgliedern der beteiligten Häuser gesprochen, darunter die Semperoper-Intendantin Nora Schmid und der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Christian Thielemann.
Das Online-Projekt basiert auf der Ausstellung "Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der Juden aus der Oper 1933 – 1945", die zwischen 2006 und 2012 in sechs deutschen Städten zu sehen war. Sei 2012 ist die Schau als umfangreiche Freiluft-Installation auf dem Grünen Hügel der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth zu besichtigen.
Am Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele am kommenden Sonntag (26. Juli) findet in der Freiluft-Installation ein öffentlicher Gedenkakt statt und im Anschluss im Festspielhaus ein Gedenkkonzert, zu dem der Publizist und Philosoph Michel Friedman eine Rede halten wird.
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(wa)
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