Musikrat: Resolution für bessere Bildung in Kitas und Schulen

01. November 2011 - 09:27 Uhr

Durchgängigen Musikunterricht von der Grundschule bis zur Oberstufe fordert der Deutsche Musikrat. Auch die musikalische Früherziehung und die Förderung im Kindergarten müsse durch Fachkräfte gewährleistet sein, heißt es in einer Resolution, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. Auf Empfehlung des Bundesfachausschusses Musikalische Bildung wird weiterhin der Erhalt der künstlerischen Fächer angemahnt. Das Schulfach Musik dürfe nicht durch Kooperationsprojekte aufgeweicht werden. Schließlich müsse die musikalische Vielfalt im Sinne der UNESCO-Konvention ermöglicht werden.

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Das Schulfach Musik sei die Grundlage des Musiklebens, denn nur in der allgemeinbildenden Schule könnten alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Ein professioneller schulischer Musikunterricht mit Hören, Improvisieren, Singen, Spielen, Tanzen, Diskutieren und Reflektieren sei qualifizierender Teil der Allgemeinbildung und damit unverzichtbar. Er bereitet Kinder und Jugendliche auf einen vielfältigen und lebenslangen Umgang mit Musik vor.

Für eine nachhaltige Aneignung dieser vielfältigen Kompetenzen sei – wie im Sprachunterricht – die musikunterrichtliche Kontinuität unabdingbar für einen erfolgreichen Lernprozess. Die Breite an Wissen und die Entwicklung musikalischer Fähigkeiten seien nur zu erreichen, wenn das Fach "Musik" ab der Grundschule fortlaufend von Fachpädagogen erteilt wird.

Mit der Einführung des Faches "Ästhetische Erziehung" seien die künstlerischen Fächer durch alle Konstruktionen gefährdet. Übergreifende Aspekte wie Gestalten, Aufführen oder Tanzen erforderten eine sinnvolle Verbindung verschiedener künstlerischer Fächer. Eine breit angelegte und sinnvoll vernetzte Kulturgeschichte sei der isolierten Musik- oder Kunstgeschichte vorzuziehen. Kooperation sei nur sinnvoll, wenn die beteiligten Lehrer Kernkompetenz in ihrem Hauptfach hätten, die durch eine erweiterte Kompetenz ergänzt wird. Bei der Zusammenarbeit mehrerer solcher Fachleute mit unterschiedlichen Kernkompetenzen würden fruchtbare Synergie-Effekte entstehen. Dagegen führte die willkürliche Zusammenlegung einzelner Fächer letztlich zum fachfremd erteilten Unterricht.

Der Musikrat begrüßt zusätzliche regionale Projekte. Diese dürften aber den regelmäßigen Musikunterricht nicht ersetzen. Auch die öffentlichen Musikschulen unterstützten in zunehmendem Maße die musikalische Allgemeinbildung der Schule in ihrer gesamten Breite. Sie stünden aber in erster Linie für außerschulische Vertiefung und Spezialisierung, Talent- und Begabtenförderung sowie die Studienvorbereitung.

Für ein sinnvolles Zusammenspiel schulischer und außerschulischer Musikpädagogik müsse die Lehrerbildung intensiviert und so durchgeführt werden, dass sie pädagogisch und künstlerisch hochqualifizierte Fachleute für die sich wandelnden und miteinander verbindenden Praxisfelder hervorbringt.

(wa)

http://www.musikrat.de/

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