Wim Wenders inszeniert erstmals Oper – Berliner Staatsoper soll 3. Oktober 2017 wieder öffnen

29. März 2016 - 16:11 Uhr

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Berlin – Filmregisseur Wim Wenders (70) inszeniert erstmals eine Oper. "Les pêcheurs de perles" (Die Perlenfischer) soll am 24. Juni 2017 Premiere an der Berliner Staatsoper feiern. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wird dirigieren. Mit Wenders habe Barenboim "nun schon einen langen Flirt", sagte Intendant Jürgen Flimm am Dienstag. Jetzt hätten sie Wenders so weit, dass er mit ihnen arbeite.

Daniel Barenboim, Jürgen Flimm

Daniel Barenboim, Jürgen Flimm

Nach Angaben der Staatsoper gibt Wenders ("Pina", "Das Salz der Erde") damit sein Opernregiedebüt. Der Filmemacher war bereits für eine Neuinszenierung von Wagners "Der Ring des Nibelungen" bei den Bayreuther Festspielen 2013 im Gespräch gewesen, aber der Vertrag kam nicht zustande. Flimm erzählte nun in Berlin, Wenders habe sich die Oper von Georges Bizet über die Perlenfischer ausgesucht, weil es die erste Oper sei, die er gesehen habe.

Insgesamt plant die Staatsoper in der Saison 2016/17 auf ihrer Hauptbühne acht Premieren, darunter "La damnation de Faust" von Hector Berlioz. Die Inszenierung übernimmt Terry Gilliam, ein Mitbegründer der britischen Komikergruppe Monty Python. Gilliam habe mal ein Stück in London gemacht, sagte Flimm. Er habe ihn getroffen und gefragt, ob er nicht für sie eine Oper machen wolle. Er habe gesagt: "Ja, ich habe noch eine." Es sei eine wunderbare Produktion.

Die Staatsoper ist eines von drei großen Opernhäusern in Berlin. Das Haus am Boulevard Unter den Linden wird seit Jahren saniert, deswegen gastiert das Ensemble derzeit im Schiller Theater im Westen Berlins. 2017 soll das sanierte Haus wieder eröffnen – am 3. Oktober, wie Flimm sagte. Das Datum stehe mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit. "Wer hätte es gedacht, dass der Tag einmal kommen würde", sagte Flimm. Die Arbeiten hatten sich verzögert und wurden deutlich teurer.

Dirigent Barenboim verteidigte am Dienstag den Plan, für 2020 eine Neuinszenierung von Wagners Ring zu erarbeiten. Auch die Deutsche Oper plant eine neue Produktion. Er sei glücklich, dass es wieder zwei Ringe in Berlin geben werde, sagte der Dirigent, das sei schon in den 1990er Jahren so gewesen. Es gebe weder künstlerisch noch ökonomisch einen Grund, keine zwei Ring-Produktionen in Berlin zu machen. Wenn man den Ring spiele, sei das Haus voll, erklärte Barenboim.

(dpa/MH)

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