Samstag, 06. Juli 2013 / 23:55 – 01:40 Uhr
Bayerisches Fernsehen
Spielfilm (Deutschland/Ungarn/Frankreich 2008) Im Jahr 1850 lassen sich die berühmte Pianistin Clara Schumann (Martina Gedeck) und ihr Mann Robert (Pascal Geggory) in Düsseldorf nieder. Der als Beethoven-Nachfolger gefeierte Komponist hat hier eine gut dotierte Anstellung als städtischer Musikdirektor angenommen. Die beschauliche rheinische Stadt scheint dem Paar mit seiner sechsköpfigen Kinderschar endlich einen Hafen zu bieten. In einem Schaffensrausch beginnt Robert seine "Rheinische Sinfonie".
Doch das Dirigieren fällt dem von diffusen Schmerzen und Stimmen in seinem Kopf geplagten Künstler zunehmend schwer. Gegen den Widerstand der Musiker übernimmt Clara schließlich die Leitung des Orchesters. Bei der Uraufführung der neuen Sinfonie muss sie ihrem labilen Mann buchstäblich unter die Arme greifen. Die Sinfonie wird gefeiert, doch Robert wird zunehmend von starken Schmerzmitteln abhängig.
Schließlich tritt der junge Johannes Brahms (Malik Zidi) in das Leben des Paars. Der Freigeist wird schnell zum Protegé Roberts und zum Vertrauten Claras, die er über alles verehrt. Brahms jedoch ist nicht nur Claras Virtuosität am Klavier verfallen.
Der Komponist Robert Schumann und die Pianistin Clara Schumann waren eines der berühmtesten Künstlerpaare des 19. Jahrhunderts. Legendär ist ihre von Spekulationen begleitete Freundschaft mit dem Komponisten Johannes Brahms. Die renommierte Filmemacherin Helma Sanders-Brahms ("Deutschland bleiche Mutter"), weitläufig eine Nachfahrin von Johannes Brahms, wirft einen neuen Blick auf die Ménage-à-trois und die letzten Lebensjahre des 1856 gestorbenen Robert Schumanns.
Einen besonderen Akzent setzt die Regisseurin auf Clara Schumann, die von Hauptdarstellerin Martina Gedeck als moderne Frau gezeichnet wird, die als Mutter, Künstlerin, Liebende und bald auch Familienernährerin an mehreren Fronten gleichzeitig kämpft. Malik Zidi glänzt an ihrer Seite als ungestümer und sensibler Brahms, dessen unerfüllte Liebe einer tiefen Verbundenheit weicht. Pascal Greggory verkörpert eindrücklich Robert Schumann als begnadeter Musiker, der immer tiefer in den Wahn abdriftet.
(pt/wa)