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Gustavo Dudamel und das Jugendorchester Venezuela in Salzburg

16. März 2012 - 09:05 Uhr

Sonntag, 18. März 2012 / 23:30 – 01:05 Uhr
ARTE

Dokumentation (Österreich 2008, Erstausstrahlung) Das "Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela" und sein charismatischer Chefdirigent Gustavo Dudamel sind ein Phänomen: Ihre Spielfreude ist so mitreißend, dass sie in jedem Konzertsaal beim Publikum Begeisterungsstürme auslösen. Im Festspielsommer 2008 kam Dudamel mit seinen jungen Musikern für eine Woche nach Salzburg. ARTE begleitete die junge Musikertruppe nicht nur bei ihren Proben und Konzerten, sondern auch während ihres Aufenthalts in der Mozartstadt.

Gustavo Dudamel

Dabei waren die musikalischen Energiebündel nicht nur mit einem ebenso bunt gefächerten wie anspruchsvollen Konzertprogramm zu erleben. Sie haben sich auch in der "Schule des Hörens" über die Schulter blicken lassen, als Dudamel und Dirigenten-Grandseigneur Nikolaus Harnoncourt Orchesterwerke erarbeiteten. Die Musiker ließen sich auch beim Shopping in der Getreidegasse zusehen. Sie zeigen, wie aus ihrer unnachahmlichen Mischung von konzentriertem Ernst und unbekümmerter Lebens- und Musizierlust energiegeladene Konzerterlebnisse entstehen.

Höhepunkt des Salzburger Gastspiels war ein Konzert mit Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" und Beethovens Tripelkonzert in "explosiver" Besetzung: Die phänomenalen Streicher-Brüder Renaud und Gautier Capuçon und die legendäre Tastenkönigin Martha Argerich sind das wohl vitalste und brillanteste Solistentrio, das man sich für Beethovens virtuoses Kabinettstück wünschen kann.

Die steile Karriere Gustavo Dudamels ist mehr als die Geschichte eines Wunderkindes. Nach seinen eigenen Worten widerspiegelt sie auch die Macht der Musik als "sozialer Rettungsanker". Das Simón-Bolívar-Jugendorchester ist das internationale Aushängeschild des venezolanischen "Sistema". Kinder und Jugendliche, oft aus schwierigen oder kriminellen Verhältnissen, finden durch dieses landesweite musikalische Förderprogramm einen Weg in ein neues Leben. Das Sistema stellt Instrumente und Lehrer und gliedert seine Schüler von Anfang an in ein Orchester ein. So erleben die Kinder schon mit den ersten Tönen, was es heißt, in Gemeinschaft mit anderen zu musizieren – und sie lernen Motivation, gegenseitige Achtung und das gemeinsame Streben nach Erfolg.

"El Sistema" war die Vision eines Mannes: José Antonio Abreu. 1975 organisierte er in einer Tiefgarage eine erste Orchesterprobe, zu der elf Jugendliche kamen; am zweiten Tag waren es 25, am dritten 46, am vierten 75. Heute ist das "Sistema" eines der größten Bildungsprojekte der Welt: Eine Viertelmillion Kinder und Jugendliche werden in ganz Venezuela von 15.000 Musiklehrern unterrichtet und betreut.

(pt/wa)

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