Düsseldorf stoppt Opernhaus-Neubau

05. Juni 2026 - 17:42 Uhr

Düsseldorf/Berlin (MH) – Düsseldorf bekommt doch kein neues Opernhaus. Die Planungen für den Bau seien gestoppt worden, teilte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Freitag mit. Stattdessen werde der jetzige Standort der Deutschen Oper am Rhein so weit ertüchtigt, dass er den Spielbetrieb aufrechterhalten kann.

Opernhaus Düsseldorf

Die Entscheidung für eine Absage des Neubaus sei ihm alles andere als leichtgefallen, erklärte Keller. "Angesichts eines wachsenden Defizits in unserem Haushalt sind jedoch auch schmerzhafte Entscheidungen unumgänglich." Die Landeshauptstadt stehe vor großen finanziellen Herausforderungen.

Die Verwaltung sei insgesamt angehalten, Einsparpotenziale zu heben, sagte der Oberbürgermeister. Dazu gehörten in letzter Konsequenz auch Herzensprojekte. "Mir war und ist die Oper ein solches Herzensanliegen." Gleichzeitig sei es seine Pflicht, die finanzielle Autonomie der Landeshauptstadt sicherzustellen.

In dem Opernhaus an der Heinrich-Heine-Allee hatten Fachingenieure zahlreiche bauliche, technische und funktionale Mängel festgestellt. Das 1875 als Stadttheater errichtete Gebäude sei nicht für einen zukunftsfähigen Opernspielbetrieb ausgerichtet, hieß es. Allein seit Oktober 2017 wurden mehr als zehn Millionen Euro in Reparaturen investiert.

Statt einer Sanierung entschied sich die Stadt zunächst für einen Neubau an der bisherigen Stelle. Dieser sollte neben der Oper auch die städtische Clara-Schumann-Musikschule und die Musikbibliothek der Stadtbüchereien umfassen. Im November 2025 kürte ein Architekturwettbewerb vier Siegerentwürfe.

Nunmehr soll doch das bestehende Haus saniert werden. Die Maßnahmen seien ohnehin vorgesehen gewesen, um den Betrieb bis zu einer möglichen Neueröffnung sicherzustellen, sagte Keller. Der Spielbetrieb bleibe somit gewährleistet. Auf viele Verbesserungen, die der Neubau geboten hätte, müsste jedoch verzichtet werden.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich im dritten Quartal 2027 beginnen. Parallel dazu werde man untersuchen lassen, wie der Opernbetrieb in dem Haus auch über die 2030er Jahre hinaus aufrechterhalten werden kann.

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(wa)

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