Erinnerung an eine Dirigentenlegende – TV-Dokumentationen zum 10. Todestag von Claudio Abbado

21. Januar 2024 - 10:00 Uhr

Am 20. Januar 2014 starb im Alter von 80 Jahren Claudio Abbado. Im Gedenken an den weltbekannten Dirigenten strahlen die Sender ARTE, SRF 1 und SWR zwei neue Dokumentarfilme aus.

Claudio Abbado

Claudio Abbado

In der Reihe "Sternstunden der Musik" zeigt ARTE am Sonntag, 21. Januar 2024 um 17:40 Uhr den Film "Abbado dirigiert Mahlers 'Auferstehungssinfonie'" (Regie: Magdalena Zięba-Schwind, ZDF). Im Zentrum steht hier die Aufführung der 2. Sinfonie von Gustav Mahler beim Lucerne Festival 2003. In jenem Sommer präsentierte sich der Italiener nach seinem Abschied als Chef der Berliner Philharmoniker erstmals mit dem neugegründeten Lucerne Festival Orchestra.

In der Doku kommen Musiker zu Wort, die damals dabei waren: der Geiger Renaud Capuçon, der Flötist Emmanuel Pahud, der Trompeter Reinhold Friedrich und Antonello Manacorda, der später vom Konzertmeisterpult aufs Dirigentenpodium wechselte. Sie sprechen über die denkwürdige Aufführung und ihre enge Zusammenarbeit mit dem wenige Jahre zuvor an Krebs erkrankten Dirigenten.

Mit dem Leben und künstlerischen Wirken Abbados beschäftigt sich auch die Doku "Bitte nennt mich Claudio – Der Visionär Claudio Abbado" (Regie: Beatrix Conrad, SFR, SWR, EuroArts). Der Film ist in der Schweiz am 21. Januar um 12:00 Uhr auf SRF 1 und in Deutschland am 28. Januar um 8:40 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen.

Emmanuel Pahud, der Oboist Albrecht Mayer und andere erinnern sich an ihre Zeit mit Abbado bei den Berliner Philharmonikern, in europäischen Jugendorchestern und im Lucerne Festival Orchestra. Auch seine Kinder Alessandra und Daniele Abbado blicken in der Doku auf die facettenreiche Vita des Vaters zurück. Der Journalist Kai Luehrs-Kaiser würdigt den Dirigenten aus der Perspektive des Musikkritikers. Jörg Widmann, der den ersten Claudio-Abbado-Kompositionspreis erhielt, spricht über sein Vorbild und das Stück, das er zu dessen 75. Geburtstag schrieb.

Auch die Nähe des Menschen Abbado zur Natur kommt in der Doku zur Sprache. Neben Bildern aus seinem privaten Garten auf Sardinien werden Landschaftsaufnahmen aus dem Fextal im Oberengadin gezeigt, wo er seine letzte Ruhestätte gefunden hat. In dem Film wolle sie zum Ausdruck bringen, welche Spuren Claudio Abbado zehn Jahre nach seinem Tod hinterlassen habe, sagt Beatrix Conrad. Viele Musiker erinnerten sich noch heute mit Dankbarkeit an den Austausch auf Augenhöhe und das kammermusikalische Aufeinander-Hören im großen Sinfonieorchester.

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(ck/wa)