Berlin (MH) – Der ungarische Pianist András Schiff wird mit dem diesjährigen "Praemium Imperiale" geehrt. Das teilte der Repräsentant der Japan Art Association, Klaus-Dieter Lehmann, am Dienstag in Berlin mit. Die Auszeichnung gilt als der weltweit wichtigste Kunstpreis und wird in den Sparten Malerei, Skulptur, Architektur, Musik und Theater/Film verliehen.
Der 1953 in Budapest geborene Schiff gelte als einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit, hieß es in der Begründung. "Stille Intensität und tiefe Passion für jeden einzelnen Ton als Mosaikstein einer Komposition sind die Markenzeichen seiner gefeierten Interpretationen am Flügel. Schiffs Repertoire umfasst neben seinem Favoriten Bach ein breites Spektrum an Komponisten. Er konzertiert weltweit und spielt zugunsten der besseren Verbindung mit dem Publikum immer aus dem Gedächtnis."
Weitere Preisträger des Praemium Imperiale 2025 sind die Performance-Künstlerin Marina Abramović aus Serbien, der portugiesische Architekt Eduardo Souto de Moura, die belgische Choreografin und Tänzerin Anne Teresa De Keersmaeker und der schottische Maler Peter Doig. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 15 Millionen Yen (knapp 87.000 Euro) dotiert. Sie werden im Oktober in Tokio durch das japanische Kaiserhaus verliehen.
Die diesjährigen Preisträger "eröffnen durch die kreative Eigenwilligkeit ihrer Kunst auf höchstem Niveau neue Blickachsen, verknüpfen Vertrautes und Unverhofftes zu neuen Erkenntnissen und schaffen damit entscheidende Grundlagen für Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit", sagte Lehmann. "Eindrucksvoll ist ihr persönliches Engagement in der Weitergabe von Erfahrung und Wissen an die kommende Künstlergeneration als Beitrag für das kulturelle Erbe in einer sich ändernden Welt."
Der mit fünf Millionen Yen (knapp 29.000 Euro) dotierte Nachwuchspreis "Grant For Young Artists" geht an das britische National Youth Theatre. Die Einrichtung biete Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit unterschiedlichen Hintergründen eine Plattform für kreative Entfaltung und sozialen Wandel und sei bekannt für die schauspielerische Ausbildung und Förderung junger Nachwuchstalente, hieß es.
Der 1988 begründete Praemium Imperiale wurde seit 1989 an 180 Künstler aus mehr als 35 Nationen verliehen.
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(wa)
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