Stuttgarter Oper mit reduziertem Programm

22. Juli 2020 - 18:42 Uhr

Stuttgart/Berlin (MH) – Die Staatsoper Stuttgart plant für den Beginn der neuen Spielzeit ein deutlich reduziertes Programm. Statt der ursprünglich vorgesehenen 68 Vorstellungen bis Ende Januar werden nur 38 gezeigt, sagte Intendant Viktor Schoner am Mittwoch. Zudem beginnt die Saison erst am 1. Oktober. Darüber hinaus wird es im Januar 2021 gar keine Opernaufführungen geben. "Die Einsparungsmaßnahmen durch Kurzarbeit fordern von uns allen Opfer", erklärte Schoner.

Intendanten Staatstheater Stuttgart

Intendanten Staatstheater Stuttgart

"Der Repertoirebetrieb, wie wir ihn kennen, wird nicht stattfinden", sagte der Intendant. Der Fokus liege auf fünf Musiktheater-Premieren und Spezialformaten. Es werde lediglich zwei Repertoirevorstellungen geben.

Den Saisonauftakt markiert die Premiere von Mozarts "Die Zauberflöte". Die Inszenierung von Barrie Kosky und Suzanne Andrade ist eine Produktion der Komischen Oper Berlin und wird nun mit dem Ensemble der Stuttgarter Staatsoper gezeigt. Wenige Tage später kommt der Doppelabend aus Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana" und Salvatore Sciarrinos Kammeroper "Luci mie traditrici (Meine verräterischen Augen)", der eigentlich für Ende Juni 2020 geplant war, auf die Bühne. Gustav Mahlers "Das Lied von der Erde" in der Kammerorchesterfassung von Arnold Schönberg, gekoppelt mit Elfriede Jelineks "Die Bienenkönige", ersetzt Ende Oktober die großdimensionierte Oper "Die Frau ohne Schatten" von Richard Strauss.

Im Repertoire kommt Wolfgang Amadeus Mozarts "Don Giovanni" am 9. November einmalig im Stuttgarter Opernhaus zur Aufführung. Es dirigiert Generalmusikdirektor Cornelius Meister. Die Titelpartie singt Ensemblemitglied Björn Bürger. Giacomo Puccinis "Madama Butterfly" steht am 12. Dezember wieder auf dem Spielplan. Ob die Oper in der Inszenierung von Monique Wagemakers oder konzertant zu sehen sein wird, ist noch nicht entschieden.

"Für jedes Werk im Herbst haben wir einen eigenen Klangraum geschaffen: Gesang und Orchester werden bei jeder Oper und bei konzertanten Aufführungen aus unterschiedlichen Richtungen zu hören sein", erläuterte Generalmusikdirektor Cornelius Meister. "Dabei beziehen wir den Orchestergraben, die Bühne, die Logen, den dritten Rang und das Foyer ein. Das ganze Opernhaus wird zum Klingen gebracht." So bekomme das Publikum die Möglichkeit, die Protagonisten der Staatsoper und des Staatsorchesters "aus Perspektiven zu erleben, die vollkommen neu und jedes Mal anders sind", so Meister.

Die aktuelle Spielzeit der Staatsoper Stuttgart geht an diesem Sonntag zu Ende. Wegen der Corona-Pandemie musste das Staatstheater Stuttgart den Spielbetrieb am 13. März zunächst aussetzen. Seit Juni finden Aufführungen mit Hygiene-Vorgaben und reduzierter Zuschauerkapazität statt. Allein im Opernhaus mit 1.400 Plätzen seien dadurch 66 Opernvorstellungen und Konzerte entfallen, hieß es. Die Staatsoper sei durch die Corona-Pandemie in "budgetäre Schieflage" geraten, erklärte Intendant Schoner.

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(wa)

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