Köln/Berlin (MH) – Die Theater im deutschsprachigen Raum erholen sich zunehmend von der Corona-Krise. Die Zahlen der Aufführungen und der Besucher näherten sich in der Spielzeit 2022/23 wieder dem Niveau vor der Pandemie an. Das geht aus der Werkstatistik hervor, die der Deutsche Bühnenverein am Montag veröffentlicht hat. Insgesamt haben 437 Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Daten übermittelt.
In der ersten "normalen" Saison nach drei Spielzeiten mit Theaterschließungen stiegen die Zuschauerzahlen in Deutschland auf 18,6 Millionen. 2018/19 waren es knapp 23 Millionen. In der am härtesten von Lockdowns betroffenen Saison 2020/21 kamen nur 2,541 Millionen Menschen zu den Vorstellungen. Alle Häuser zusammen mit Österreich und der Schweiz zählten zuletzt 22,7 Millionen Zuschauer, rund 4,9 Millionen weniger als 2018/19.
Damit näherten sich die Publikumszahlen wieder der Vor-Corona-Zeit, sie lägen aber immer noch um 19 Prozent unter den damaligen Werten, hieß es. Dabei sei die Entwicklung der unterschiedlichen Sparten nicht einheitlich. Während die Zuschauerzahlen im Musiktheater ein Viertel unter denen von 2018/19 lägen, seien sie im Schauspiel und im Kinder- und Jugendtheater jeweils zehn Prozent niedriger. Im Tanz sei fast wieder das Niveau von vor vier Jahren erreicht worden.
2022/23 wurden auf Deutschlands Bühnen 6.773 Inszenierungen gezeigt, in den drei Ländern zusammen 7.716. In der Saison 2018/19 waren es noch 7.125 Inszenierungen in Deutschland und insgesamt 8.188. Die Zahl der Aufführungen betrug 2022/23 in Deutschland 74.412 (2018/19: 82.052), zusammen mit Österreich und der Schweiz 85.004 (94.300).
Im Musiktheater war 2022/23 "Die Zauberflöte" die meistinszenierte Oper (28 Inszenierungen, davon 22 in Deutschland), gefolgt von "Le nozze di Figaro" (22 insgesamt, 18 in Deutschland) und "Hänsel und Gretel" (21 insgesamt, 20 in Deutschland). "Zeitgenössische Oper taucht in den Hitlisten nicht auf", hieß es.
Der Deutsche Bühnenverein mit Sitz in Köln wurde 1846 in Oldenburg gegründet. Er hat insgesamt 465 Mitglieder, darunter 210 Theater und 31 selbstständige Sinfonieorchester. Der Verein thematisiert alle künstlerischen, organisatorischen und kulturpolitischen Fragen, die die Theater und Orchester betreffen. Als Arbeitgeberverband schließt der Bühnenverein für das künstlerische Personal der Theater und Orchester Tarifverträge mit verschiedenen Gewerkschaften ab.
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(wa)
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