Dirigierstudent Justus Thorau: In den Fußstapfen Karajans

21. Mai 2014 - 08:47 Uhr

Weimar/Berlin – Eigens für das Absolventenkonzert der Weimarer Musikhochschule reist die Jenaer Philharmonie aus der Nachbarstadt an. Im Zentrum des Programms steht Schostakowitschs populärste Sinfonie, seine fünfte. Dirigent Justus Thorau absolviert mit diesem Auftritt den ersten Teil seines Konzertexamens. Seit 2006 ist er Dirigierstudent bei Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Gunter Kahlert und Prof. Anthony Bramall. Parallel ist er bereits als Kapellmeister am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert und tritt zur Spielzeit 2014/15 eine Stelle als 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Aachen an.

Frage: Herr Thorau, was zeichnet aus Ihrer Sicht die Dirigierausbildung in Weimar aus?

Dirigent Justus Thorau

Dirigent Justus Thorau

Justus Thorau: Weimar gehört zu den wenigen Hochschulen in Deutschland, die regelmäßige Zusammenarbeit mit professionellen Orchestern ermöglichen. Diesen neben dem Einzelunterricht wichtigsten Teil der Ausbildung haben unsere Professoren in den letzten Jahren immer weiter ausbauen können, so dass wir mittlerweile einzigartige Möglichkeiten haben.

Unterrichtet werde ich außerdem nicht nur von einem Hauptfachprofessor, sondern von mehreren erfahrenen Dirigenten, die unterschiedliche Impulse geben. Als etwas Besonderes habe ich auch immer das Zusammengehörigkeitsgefühl im Institut empfunden, sei es zwischen den Kommilitonen oder auch zwischen den Studierenden und Professoren.

Frage: Worauf darf sich das Publikum beim Absolventenkonzert besonders freuen?

Justus Thorau: Das Konzert ist eine interessante Mischung verschiedener Stilrichtungen. Der Gluck bildet klanglich einen schönen Gegenpol zu den Liedern von Duparc, der zweihundert Jahre später ähnliche Emotionen ganz anders vertont. Jedes Lied hat seinen eigenen Charakter. Mein persönlicher Favorit ist "Le Manoir de Rosemonde", da es einen unglaublich aufgewühlten Menschen zeigt und die Musik den Zuhörer sofort packt.

Schostakowitschs 5. Sinfonie schließlich ist eines der größten Werke des 20. Jahrhunderts und spiegelt den aus heutiger Sicht unvorstellbaren Kampf zwischen freier Kunstentfaltung und Repression im damaligen Russland wieder.

Frage: Sie werden nach Abschluss Ihres Studiums gleich 1. Kapellmeister am Theater Aachen. Was bedeutet dieses schnelle Engagement für Sie?

Justus Thorau: Nach zwei Spielzeiten am Badischen Staatstheater Karlsruhe als Solorepetitor und Kapellmeister bin ich sehr glücklich, nun die Stelle des 1. Kapellmeisters und stellvertretenden Generalmusikdirektors am Theater Aachen bekommen zu haben. Das bedeutet für mich, dass ich eigene Produktionen leiten werde und meine musikalischen Vorstellungen hoffentlich umsetzen kann. Außerdem ist es ein gutes Haus und eine schöne Stadt. Schließlich hat auch Herbert von Karajan dort seine Karriere begonnen.

(Die Fragen stellte Jan Kreyßig, HfM Weimar)

(wa)

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Link:

http://www.hfm-weimar.de

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