Berliner Barocktage starten mit Oper "La Calisto"

08. November 2026 - 21:45 Uhr

Berlin (MH) – Göttervater Jupiter verführt eine keusche Nymphe, und seine gekränkte Gattin Juno sinnt auf Rache. Die schöne Calisto wird von ihr in eine Bärin verwandelt. Doch ihr Liebhaber lässt sie in den Himmel aufsteigen, wo sie fortan als Sternbild erstrahlt. Um Wollust und Eifersucht kreist Francesco Cavallis Oper "La Calisto", mit der die Barocktage an der Berliner Staatsoper begonnen haben. Die eindrucksvolle Inszenierung von Stefan Herheim im futuristischen Bühnenbild von Silke Bauer wurde am Sonntagabend im ausverkauften Haus mit stürmischem Applaus gefeiert.

"La Calisto"

In der Hauptrolle brilliert die charismatische Sopranistin Vera-Lotte Boecker, die an der Staatsoper bereits in der Titelpartie von Leoš Janáčeks "Das schlaue Füchslein" überzeugen konnte. Der lüsterne Giove, gesungen von dem wandlungsfähigen Bassbariton Milan Siljanov, tarnt sich vor Calisto als Mondgöttin Diana, die in dem Stück von der Mezzosopranistin Luciana Mancini verkörpert wird. Als Mercurio, der den Herrscher des Olymps begleitet, tritt der hervorragende Bariton Renato Dolcini auf. Die Mezzosopranistin Giuseppina Bridelli gibt die gedemütigte Ehefrau Giunone. Amouröse Wirren bestimmen auch die mit viel Komik gewürzten Nebenhandlungen der Oper – so ist der Hirte Endimione (Arnaud Gluck) in Leidenschaft für die züchtige Diana entbrannt, die hin- und hergerissen ist.

Das Originalklang-Ensemble L’Arpeggiata und die Akademie für Alte Musik Berlin unter Leitung von Christina Pluhar lassen das barocke Werk in reichen Klangfarben wiedererstehen. "La Calisto" wurde 1651 im Teatro Sant’Apollinare in Venedig uraufgeführt und war danach lange vergessen. 1970 feierte die Oper beim Glyndebourne Festival in England ihre Wiederentdeckung, die Hauptrolle übernahm damals die kürzlich verstorbene Sopranistin Ileana Cotrubaș.

Die in Berlin gezeigte Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem MusikTheater an der Wien, das von dem Norweger Herheim als Intendant geleitet wird.

Die Barocktage kehren 2026 erstmals seit Beginn der Intendanz von Elisabeth Sobotka an das Haus Unter den Linden zurück. Die erste Ausgabe hatte 2018 unter ihrem Vorgänger Matthias Schulz stattgefunden. Schon vorher stand barockes Repertoire häufig auf dem Spielplan. "La Calisto" kam in der Staatsoper erstmals 1996 in der Regie von Herbert Wernicke und mit dem Concerto Vocale unter Leitung von René Jacobs auf die Bühne.

© MUSIK HEUTE. Alle Rechte vorbehalten – Informationen zum ➜ Copyright

(ck/wa)

Mehr zu diesem Thema:

➜ Weitere Artikel zur Staatsoper Berlin

Link:

➜ http://www.staatsoper-berlin.de

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , ,