Oper Zürich: Serebrennikow-Inszenierung aus dem Hausarrest

11. September 2018 - 16:44 Uhr

Zürich/Berlin (MH) – Die Oper Zürich bringt Mozarts "Così fan tutte" ohne den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow auf die Bühne. Der 49-Jährige könne die am 20. September beginnenden Proben nicht persönlich leiten, da sein Hausarrest in Moskau bis zum 19. Oktober verlängert worden sei, teilte die Oper am Dienstag mit. Für die Premiere am 4. November werde jedoch ein Mitarbeiter des Regisseurs dessen Konzeption umsetzen.

Opernhaus Zürich, Hauptbühne

Opernhaus Zürich, Hauptbühne

Serebrennikow habe einen detaillierten Ablauf der Inszenierung erarbeitet. Über seinen Anwalt sollen ihm Aufzeichnungen von Proben übermittelt werden. Nach der Sichtung werde das Feedback des Regisseurs an das Ensemble zurückgespielt. Auch die Kostüme und das Bühnenbild wurden bereits nach den Ideen und Anweisungen Serebrennikovs in den Werkstätten des Opernhauses hergestellt. Die Oper Zürich und das gesamte Ensemble der Produktion seien fest entschlossen, "am 4. November die Premiere einer Kirill Serebrennikow-Inszenierung zu feiern", hieß es in der Mitteilung.

Ein russisches Ermittlungskomitee wirft dem international renommierten Regisseur vor, staatliche Fördergelder für seine Theaterarbeit veruntreut zu haben. Serebrennikow bestreitet dies und sitzt seit August 2017 im Hausarrest, der mehrmals verlängert wurde. Die Hamburgische Staatsoper will im März 2019 seine Inszenierung von Giuseppe Verdis "Nabucco" auf die Bühne bringen.

(wa)

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