Berlin (MH) – Der Musikpreis "Echo" wird nach einer umstrittenen Preisverleihung abgeschafft. Und der Cottbuser Generalmusikdirektor gerät in die Kritik. Diese und andere Ereignisse prägten den Monat April 2018 in der klassischen Musik.
3. April
Harry Kupfer kehrt an die Komische Oper Berlin zurück: Im März 2019 inszeniert der frühere Chefregisseur die Händel-Oper "Poros", teilt das Haus mit. Damit erfülle sich der 82-Jährige einen lang gehegten Traum.
3. April
Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft soll als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt werden. Den Antrag dazu übergibt das Auswärtige Amt der Unesco. Über die Aufnahme entscheidet ein Zwischenstaatlicher Ausschuss Ende 2019.
5. April
Die Konzertmeisterin der Essener Philharmoniker, Magda Senn-Sarbu, stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit. Die gebürtige Rumänin wurde 63 Jahre alt.
9. April
Bei der Verleihung der International Opera Awards in London wird die Bayerische Staatsoper bestes Opernhaus, Vladimir Jurowski bester Dirigent, Sopranistin Malin Byström und Tenor Piotr Beczała beste Sänger. Mezzosopranistin Teresa Berganza (83) wird für ihr Lebenswerk geehrt.
12. April
Anselm Cybinski wird neuer Intendant der Niedersächsischen Musiktage. Der 50-Jährige übernimmt im Herbst kommenden Jahres die Nachfolge von Katrin Zagrosek, die im September 2018 in gleicher Funktion zur Internationalen Bachakademie Stuttgart wechselt.
13. April
Der Mitgründer des Rheingau Musik Festivals, Walter Fink, stirbt mit 87 Jahren. Er war der erste Vorsitzende des Fördervereins und lange Vorstandsmitglied.
13. April
Howard Arman bleibt bis 2021 künstlerischer Leiter des Chors des Bayerischen Rundfunks (BR). Der Engländer unterzeichnet vorzeitig die Verlängerung seines Vertrages um zwei weitere Spielzeiten.
15. April
Das Berliner Notos-Quartett gibt seinen im vorigen Herbst gewonnenen Preis "Echo Klassik" zurück. Die Musiker wenden sich gegen die Verleihung des Pop-"Echo" an Rap-Album mit als antisemitisch kritisierten Texten. Dem Protest schließen sich später weitere Künstler an.
16. April
Der Dirigent Kent Nagano (66) erhält in Hamburg den Champagne-Preis für Lebensfreude. Der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln vermittle durch Musik eine große Lebensfreude, erklären die Veranstalter.
18. April
Die ersten Italienischen Opernwochen an der Hamburgischen Staatsoper haben mehr als 38.000 Besucher angezogen. Die 23 Vorstellungen und zwei Konzerte waren zu 90 Prozent ausgelastet. Künftig soll die Reihe in jeder Saison mit einer Neuinszenierung starten.
19. April
Das Thüringische Landesmusikarchiv erhält eine wertvolle Gesangbuch-Sammlung. Sie stammt aus dem Nachlass des Leipziger Theologen Martin Petzoldt (1946-2015). Die Familie Petzoldt übergibt die Sammlung an Archivleiter Christoph Meixner.
19. April
Die Bamberger Symphoniker erhalten den Preis für das "Beste Konzertprogramm" der Saison 2017/18. Unter seinem Spielzeitmotto "Leidenschaft" biete das Orchester stilistische Vielfalt und ein stimmiges Gesamtkonzept, erklärt der Deutsche Musikverleger-Verband.
20. April
Der Dirigent Hartmut Haenchen erhält den diesjährigen Richard-Wagner-Preis. Damit würdigt die Leipziger Wagner-Stiftung Haenchens Liebe zum Detail, seine Präzision und sein intensives Quellenstudium. Die Auszeichnung soll ihm im Mai überreicht werden.
20. April
Die Stadt Nürnberg bekommt ein Konzerthaus "von zeitloser Eleganz", sagt Oberbürgermeister Maly bei der Vorstellung des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb. Der Bau soll im Sommer 2021 beginnen und zwei Jahre dauern.
22. April
Wegen der Erkrankung eines Hauptdarstellers wird die Premiere der Dvořák-Oper "Rusalka" am Landestheater Coburg abgebrochen. Eine Woche später wird die Premiere mit einem Gast in der Rolle des Prinzen wiederholt.
24. April
Der Intendant der Oper Frankfurt will die Idee eines Neubaus der Städtischen Bühnen nicht aufgeben. In der Diskussion der Stadt über Sanierung oder Neubau "könnte mehr Bewegung sein", sagt Bernd Loebe.
24. April
Nach Kritik am Generalmusikdirektor des Cottbuser Staatstheaters, Evan Christ, schlägt die Theaterleitung dem Australier eine Auszeit vor. Der Dirigent erklärt, dass man jetzt über eine Auflösung seines Vertrages nachdenken müsse.
25. April
Aus für den Musikpreis "Echo". Der Bundesverband Musikindustrie sieht die Marke "Echo" so stark beschädigt, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei. Von der Entscheidung sind neben dem Pop-Echo auch der Echo Klassik und der Echo Jazz betroffen.
26. April
Yasuhisa Toyota soll die Akustik der Münchner Interimsphilharmonie konzipieren. Der temporäre Konzertsaal mit 1.800 Plätzen wird in Holzmodulbauweise errichtet und während der Sanierung des Gasteig ab 2020 genutzt.
27. April
Der Intendant des Staatstheaters Cottbus, Martin Schüler, erklärt seinen Rücktritt zum Ende der Spielzeit. Gleichzeitig wird GMD Christ beurlaubt. Die Brandenburgische Kulturstiftung will sein Arbeitsverhältnis beenden.
27. April
Das Theater Lübeck hat im Wirtschaftsjahr vier Millionen Euro Gesamteinnahmen erreicht, den besten Stand in seiner Geschichte. Wegen der Lohnerhöhungen müsse das Theater in der kommenden Spielzeit aber sparen, sagt Geschäftsführer Schwandt.
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(wa)
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