(mh) – Im dritten Jahr ihrer Projektreihe "Junge Klassik" arbeitet die Junge Deutsche Philharmonie mit dem Dirigenten Paul Goodwin und dem Cellisten Jérôme Pernoo zusammen. In drei Konzerten gehen sie dem Thema "Fernweh" nach. Dieses zeigt sich am Samstag, Sonntag und Ende Oktober vor allem im Zusammenhang der Programmatik, impliziert aber auch die Sehnsucht, eine entfernte musikalische Epoche intensiv zu erforschen.
"Les Boréades" von Jean-Philippe Rameau war ein lange Zeit unentdecktes Werk des französischen Spätbarocks. Wegen seiner revolutionären Idee gelangte es damals gar nicht erst zur Uraufführung. Die Ouvertüre bildet stilistisch eine hervorragende Einleitung sowie Überleitung in das italienische Rokoko.
Als Komponist war Nicola Antonio Porpora vor allem bekannt für sein Virtuosentum in der italienischen Arie und zählt zu den Hauptvertretern der Opera seria. Sein Violoncellokonzert G-Dur wird heute nur selten aufgeführt. Die Junge Deutsche Philharmonie wirkt dieser Tatsache bewusst entgegen und lässt das Konzert zu neuem Klangleben erwachen.
Der junge Joseph Haydn war seinerzeit Porporas Kammerdiener, begleitete dessen Gesangsschüler am Klavier und sammelte Ideen für seine ersten Kompositionen. Die spätere Sinfonie Nr. 82 war ein Auftrag der Loge Olympique aus Paris. Der Beiname "Der Bär" (L’ours) stammt nicht von Haydn selbst, sondern bezieht sich auf die Bezeichnung "Bärentanz", welche in einer Bearbeitung des vierten Satzes erschien.
Den Abschluss des Programms bildet die Sinfonie Nr. 4 von Felix Mendelssohn Bartholdy, auch die "Italienische" genannt. Entstanden im Jahr 1830 auf seiner Reise durch Italien, setzte er in dieser Sinfonie seine vielfältigen Eindrücke des Landes in der Partitur um und spiegelt in den Ecksätzen deutlich den leichten, südländischen Charakter wider. Fernweh und die Sehnsucht nach neuen Inspirationen waren Anlass für die vielfältigen Reisen des Komponisten quer durch Europa.
Paul Goodwin, ausgewiesener Experte für historische Aufführungspraxis, und der Cellist Jérôme Pernoo versprechen facettenreiche Konzerte. Goodwin war elf Jahre lang Associate Conductor der Academy of Ancient Music, mit welcher er zahlreiche Konzerttourneen und preisgekrönte Aufnahmen realisierte. Sein Repertoire zieht sich durch alle Epochen bis hin zur Neuen Musik. Pernoo gilt nicht zuletzt aufgrund seiner unvergleichlichen Virtuosität als Ausnahmekünstler, auch sein Repertoire reicht vom Barock bis hin zu Zeitgenössischem.
Die Konzerttermine im Überblick:
Samstag, 07. September 2013, 19:00 Uhr – Frankfurt, Alte Oper
Sonntag, 08. September 2013, 19:00 Uhr – Hanau, Congress Park
Donnerstag, 31. Oktober 2013, 19:00 Uhr – Kassel, Martinskirche
(pt/wa)
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