Leipzig/Berlin (MH) – Das Bach-Museum Leipzig eröffnet am (heutigen) Donnerstag eine Sonderausstellung über "Jüdisches Leben und die Musikerfamilie Bach". Viele Notenhandschriften, Bücher und Drucke zeugten von der Bach-Begeisterung jüdischer Familien im 18. Jahrhundert, wie das Bach-Archiv mitteilte. Andere Stücke belegten antijüdische Haltungen und Vorurteile zur Bach-Zeit oder zeugten von den Verbrechen der Nationalsozialisten.
Einige der wertvollsten Bachiana verdanke das Bach-Archiv dem Musikverleger Max Abraham (1831-1900), der 1893 Deutschlands erste öffentliche Musikbibliothek stiftete. Dessen Neffe Henri Hinrichsen führte die Bibliothek fort und erweiterte sie um wertvolle Bestände; 1942 wurde der im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.
Die Sonderausstellung zum Themenjahr "Tacheles 2026. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen" läuft bis zum 13. Dezember 2026. Sie wird ergänzt durch Hör- und Medienstationen der Dauerausstellung – aus jüdischer und christlicher Perspektive.
Das 1950 gegründete Leipziger Bach-Archiv versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Sein Zweck ist, Leben und Werk des Komponisten und der Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.
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(wa)
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