Chorgemeinschaft Neubeuern löst sich auf

02. August 2018 - 14:39 Uhr

Neubeuern – Knapp zwei Monate nach dem Tod ihres Gründers und langjährigen Leiters Enoch zu Guttenberg hat die Chorgemeinschaft Neubeuern ihre Selbstauflösung beschlossen. Das von der Familie zu Guttenberg organisierte Gedenkkonzert für den großen Dirigenten und Chorleiter am 24. September im Münchner Herkulessaal unter Kent Nagano werde der letzte Auftritt des Ensembles sein, sagte Gertrud Dürbeck vom Musikbüro Guttenberg, das gleichfalls zum Jahresbeginn 2019 abgewickelt wird.

Enoch zu Guttenberg

Enoch zu Guttenberg

"Das, was uns zu etwas ganz Besonderem gemacht hat, die langjährige Zusammenarbeit mit Baron zu Guttenberg, gibt es nicht mehr. Wir sind sehr dankbar für dieses Geschenk, das er als sein Lebenswerk betrachtete, und für alles, was wir zusammen mit ihm erleben durften", so Dürbeck. Die Entscheidung zur Auflösung sei dem Chor sehr schwer gefallen, aber einmütig getroffen worden.

Einen geborenen Nachfolger für Guttenberg, der den Chor 1967 als ländliche Liedertafel übernahm und zu weltweitem Ruhm führte, gebe es nicht, sagte Dürbeck. "Man würde sicher jemanden finden, der mit uns weiterarbeitet. Aber wir wollen nicht immer mit dem verglichen werden, was vorher war."

Der Aufstieg der Chorgemeinschaft zu einem der besten Laienensembles unter zu Guttenberg wurde als "Wunder von Neubeuern" gefeiert. Der Chor aus dem Landkreis Rosenheim gastierte in allen großen Musikzentren der Welt, etwa im Wiener Konzertverein, dem Amsterdamer Concertgebouw und der Carnegie-Hall in New York. Ein Höhepunkt der Chorgeschichte war das Konzert für Papst Benedikt XVI. im Oktober 2010 im Vatikan. Das Repertoire der Chorgemeinschaft umfasste Werke vom Frühbarock bis ins 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf den Kantaten und Passionen von Johann Sebastian Bach.

Was aus Guttenbergs anderen Ensembles, dem Orchester und Kammerchor der KlangVerwaltung wird, ist noch nicht entschieden. Die Planungen für die von Guttenberg gegründeten Herrenchiemsee-Festspiele 2019 laufen einstweilen weiter.

(dpa/MH)

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