Essen – Mit einer Oper über die Ankunft von Flüchtlingen auf einer griechischen Insel eröffnet das Essener Aalto-Theater am (heutigen) Samstag seine neue Spielzeit. Die aktuelle Flüchtlingskrise stehe in seiner Inszenierung von "The Greek Passion" aber nicht im Vordergrund, sagte der tschechische Regisseur Jiřà HeÅ™man. Ihm gehe es vielmehr um die besondere musikalische Welt des Komponisten Bohuslav Martinů und den Umgang des Menschen mit dem Tod. Die Sängerin der weiblichen Hauptrolle, Jessica Muirhead, erklärte, das Stück zeige, "wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Schlechten".
"The Greek Passion" wurde 1961 in Zürich uraufgeführt und ist eine hierzulande eher wenig bekannte Oper. Der Stoff basiert auf einem Buch von Nikos Kazantzakis, der vor allem mit seinem später verfilmten Roman "Alexis Sorbas" bekannt wurde.
Die Oper spielt in einem griechischen Dorf zur Zeit der osmanischen Besatzung. Während mehrere Bewohner sich für die österlichen Passionsspiele auf ihre Rollen als Jesus, Judas und Maria Magdalena vorbereiten, taucht eine Gruppe Vertriebener auf und spaltet durch ihre Anwesenheit und ihr Elend die Dorfbewohner in Gastfreunde und Fremdenfeinde.
"Es ist sicherlich das Stück der Stunde", betonte Chefdramaturg Christian Schröder. Die Oper, die viel mit Chören arbeitet und laut Generalmusikdirektor Tomáš Netopil von Gregorianik über Folklore bis Jazz reicht, soll in Essen auf eine sehr wandelbare Bühne gestellt werden. Und auch das Elend zeigen: "Viele Kinder der Flüchtlinge werden während dieser Aufführung sterben", sagte Bühnenbildner Dragan Stojcevski.
(dpa/MH)
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