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Staatsintendant Nikolaus Bachler: "Herausragendes wurde damals wie heute komponiert"

31. Januar 2016 - 10:00 Uhr

München – Neue Opern haben es oft schwer. Die meisten werden nur ein paar Mal aufgeführt und verschwinden schnell wieder in der Versenkung. Das war allerdings zu Mozarts Zeiten auch nicht anders, betont der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler. Warum sich nur wenige moderne Musiktheaterstücke durchsetzen und ob es dennoch herausragende zeitgenössische Komponisten gibt, erläutert er der Deutschen Presse-Agentur.

Nikolaus Bachler

Nikolaus Bachler

Frage: Es scheint, als wenn die allermeisten Uraufführungen neuer Opern nach der ersten oder zweiten Aufführungsserie wieder in der Versenkung verschwinden und nicht mehr oder nur selten noch einmal aufgeführt werden. Stimmt dieser Eindruck?

Antwort: Ein großes Haus wie die Bayerische Staatsoper hat die Pflicht, lebende Komponisten mit Kompositionsaufträgen zu unterstützen. Die Bayerische Staatsoper präsentiert übrigens auch abseits der großen Uraufführungen im Nationaltheater jedes Jahr mindestens zwei weitere neue Werke, wie zum Beispiel in dieser Saison "Tonguecat" (Saskia Bladt/Thorsten Herrmann) oder "Mauerschau" von Hauke Berheide.

Frage: Schaffen es heute Opern generell schwerer ins Repertoire als in früheren Epochen?

Antwort: Es gibt hier wenig Unterschied zu Opern aus dem klassischen Repertoire, der Ablauf ist derselbe: Eine Oper feierte auch zu Zeiten Mozarts Premiere, wurde ein Erfolg oder Misserfolg, wurde eventuell bearbeitet, lag einige Jahre in der Schublade und wurde dann Schritt für Schritt zu einem fixen Bestandteil des Opernkanons – oder eben nicht.

Frage: Würde die Bayerische Staatsoper an anderen Häusern entstandene Auftragswerke gegebenenfalls übernehmen? Oder verspricht man sich nur von Uraufführungen die entsprechende Aufmerksamkeit?

Antwort: Nur zwei Beispiele: Die Bayerische Staatsoper hat im Sommer 2013 George Benjamins "Written on Skin" aus Aix-en-Provence übernommen, zu den Festspielen 2015 stand Poul Ruders' "Selma Jezkova" in einer Neuinszenierung auf dem Programm.

Frage: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele brandneue Opern, die sehr schnell zu Welterfolgen wurden. Wäre so etwas heute noch möglich?

Antwort: Davon bin ich überzeugt. Herausragendes wurde damals wie heute komponiert. Die Zeit wird zeigen, welche dieser Werke uns wieder begegnen werden. Darüber zu spekulieren, wäre zu früh.

(Die Fragen stellte Georg Etscheit, dpa)

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http://www.staatsoper.de

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