Dresdner Kulturpalast soll mit breitem Angebot Kosten einspielen

03. August 2016 - 16:15 Uhr

Dresden – Mit einem erweiterten Angebot soll der Dresdner Kulturpalast nach seinem Umbau Ende April 2017 pünktlich eröffnet werden. Neben Konzerten der Dresdner Philharmonie werde dort künftig ein Genremix von Jazz bis Weltmusik sowie Lesungen geboten. Das sieht das am Mittwoch von Stadt und Nutzern vorgestellte Betreiberkonzept vor, das nun dem Stadtrat vorgelegt wird. Feierliche Eröffnung soll am 28. April sein.

Kulturpalast Dresden

Kulturpalast Dresden

In dem grundsanierten und mit einem komplett neuen Konzertsaal ausgestatteten DDR-Bau von 1969 sollen auch die neue städtische Zentralbibliothek und das Kabarett "Die Herkuleskeule" ein neues Zuhause finden.

Kultur-Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) sprach von einem Meilenstein. "Mit der Wiedereröffnung des Kulturpalastes bekommt Dresden einen international wettbewerbsfähigen Konzertsaal, der unterschiedlichen musikalischen Formaten und Ensembles Raum bieten wird." Nach der kontroversen Debatte in der Stadt über den rund 82 Millionen Euro teuren Umbau erwarte sie nun eine Beruhigung. "Der wiedereröffnete Kulturpalast soll versöhnen", sagte sie.

Philharmonie-Intendantin Frauke Roth hob die "herausragende Akustik" hervor. "Für die Dresdner Philharmonie ist der neue Saal ein Höhepunkt in ihrer Geschichte – sie erhält erstmals einen ihrem Niveau angemessenen Saal und damit ein sehr schönes, neues Zuhause."

Der Kulturpalast soll an 365 Tagen von 6.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet sein. Betreiber ist die städtische Immobiliengesellschaft KID. Für die Belegung des auf 1.800 Plätze verkleinerten Saales soll die Philharmonie zuständig sein. 14 zusätzliche Stellen sollen für Ticketing und Bühnentechnik geschaffen werden, so Roth.

Die Kosten für den Betrieb des ganzen Hauses werden für 2018 mit 4,5 Millionen Euro kalkuliert, etwa 2,5 Millionen mehr als im alten Haus. Schon der alte Kulturpalast sei ein "Zuschussgeschäft" gewesen, sagte Klepsch. Und auch der Neue werde nicht ohne zusätzliche Mittel auskommen.

Die Philharmonie soll 2018 einen Zuschuss von 18,6 Millionen Euro erhalten. 2,5 Millionen Euro muss sie für die Bespielung des Saals als Betriebskosten an die KID zahlen.

Laut Roth geht sie im neuen Saal von Mehreinnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus, die auch durch eine "moderate Erhöhung" der Ticketpreise eingespielt werden sollen. Teurer würden vor allem die Karten im obersten Preisegment. In den unteren Kategorien würden die Preise dagegen gesenkt. Sie geht von einer 80-prozentigen Auslastung des neuen Saales aus.

Auch die neue Zentralbibliothek will den Kulturpalast künftig vollumfänglich nutzen. Neben einem Literaturfest plant der Chef der Dresdner Bibliotheken, Arnd Flemming, auch Lesungen im großen Saal. Mit der Schriftstellerin Elke Heidenreich sei man bereits im Gespräch.

(dpa/MH)

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