Orchestervereinigung sieht ostdeutsche Klangkörper noch nicht gesichert

29. September 2015 - 16:00 Uhr

Berlin (MH) – Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) sieht die Orchester im Osten des Landes auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit noch nicht gesichert. Dass die kulturelle Substanz keinen Schaden nehmen solle, wie es im Einigungsvertrag von 1990 hieß, sei zwar auf vielen Gebieten gelungen, erklärte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens am Dienstag. "Leider gilt das in vielen Fällen noch nicht für die Orchester und Theater." Während die erste gesamtdeutsche Erfassung 1992 noch 72 professionelle Kulturorchester in Ostdeutschland und Ost-Berlin ergab, existierten "nach zahlreichen Auflösungen und Fusionen nur noch 43."

Aktuelle Brennpunkte sieht die DOV in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und vor allem in Thüringen, wo zuletzt Reformpläne der Staatskanzlei für Orchester und Theater bekannt wurden. Allein in dem Freistaat seien in den vergangenen 25 Jahren von 1.070 Musikerarbeitsplätzen 470 gestrichen worden.

"Mit dem fortwährenden Abbau muss Schluss sein", forderte Mertens. Schließlich sei die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft 2014 in die nationale Liste des immateriaellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen worden. "Das bedeutet Anerkennung, aber auch Verpflichtung zum Erhalt", betonte der DOV-Chef.

(wa)

Mehr zu diesem Thema:

Orchestervereinigung gegen Thüringer Theaterreform-Pläne (20.08.2015 – 15:27 Uhr)

Link:

http://www.dov.org

© MUSIK HEUTE. Alle Rechte vorbehalten – Informationen zum Copyright

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , ,
Print Friendly