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Untersuchung bestätigt Vorwürfe gegen Domingo – Sänger entschuldigt sich

25. Februar 2020 - 16:59 Uhr

New York/Berlin (MH) – Eine Untersuchung der US-Operngewerkschaft AGMA hat Vorwürfe gegen Plácido Domingo wegen sexueller Belästigung bestätigt. Ein unabhängiger Ermittler habe festgestellt, "dass Herr Domingo tatsächlich unangemessene Aktivitäten ausgeübt hat, die von Flirt bis zu sexuellen Annäherungsversuchen reichten", teilte die American Guild of Musical Artists am Dienstag mit. Die Vorfälle sollen sich in der Zeit ereignet haben, als Domingo leitende Positionen an der Washington National Opera und der Los Angeles Opera inne hatte. Viele Zeugen hätten sich aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen in der Branche nicht früher gemeldet.

Plácido Domingo

Plácido Domingo

Mehrere Kolleginnen hatten dem Sänger im August vergangenen Jahres sexuelle Belästigungen vorgeworfen, die teilweise bis zu 30 Jahre zurücklagen. Domingo hatte die Anschuldigungen zunächst zurückgewiesen.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP erklärte er am Dienstag: "Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Handeln und bin aus dieser Erfahrung gewachsen." Er habe sich in den letzten Monaten Zeit genommen, um über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nachzudenken. Er respektiere, dass die Frauen sich erst jetzt in der Lage gefühlt haben, sich zu äußern. "Ich möchte, dass sie wissen, dass es mir wirklich leid tut, dass ich sie verletzt habe", betonte der 79-Jährige in seinem Statement.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sagten verschiedene US-Kulturinstitutionen Engagement des spanischen Opernstars ab. Im September verließ Domingo die New Yorker Metropolitan Opera. Eine Woche später gab er die Leitung der Los Angeles Opera ab, die er seit 2003 inne hatte. Europäische Häuser zogen zunächst keine Konsequenzen. So erklärten die Salzburger Festspiele und die Wiener Staatsoper, an Domingos geplanten Auftritten im Sommer 2020 festzuhalten. An der Berliner Staatsoper Unter den Linden stand der Sänger im Januar in Giuseppe Verdis "La traviata" auf der Bühne, trotz Protesten des Vereins Pro Quote Bühne.

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(wa)

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