Eugen-Jochum-Preis an Christoph Altstaedt verliehen

13. April 2012 - 19:00 Uhr

Den erstmals verliehenen Eugen-Jochum-Preis hat der Dirigent Christoph Altstaedt erhalten. Die Auszeichnung würdige Altstaedts "eindrucksvolle Arbeit mit dem von ihm gegründeten Jungen Klangforum Mitte Europa", teilte die Eugen-Jochum-Stiftung in München mit. Der mit einem Betrag von 3.000 Euro verbundene Preis sei zudem eine Anerkennung der künstlerischen Leistungen des 32-jährigen Dirigenten in den Bereichen Oper und Konzert.

Preisverleihung

Die Auszeichnung wurde Altstaedt am 26. März 2012 verliehen, dem 25. Todestag des Dirigenten Eugen Jochum (1902-1987). Überreicht wurde sie von Jochums Tochter Veronica Jochum von Moltke (Stiftungsvorstand) und dem Stiftungsratsvorsitzenden Heiner Köster. "Ich habe mich sehr über den Preis gefreut", sagte Christoph Altstaedt dem Nachrichtenmagazin musik heute. "Zum einen hat Eugen Jochum an Orten und Häusern gewirkt, an denen ich auch tätig war, wie Duisburg und München. Zum anderen fühle ich mich durch mein Jugendorchester sehr dem Ort Kreisau/Polen und der Familie Moltke verbunden. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, die Auszeichnung aus den Händen von Veronika Jochum von Moltke zu erhalten."

Die 2011 von den Töchtern Veronica und Romana gegründete Eugen-Jochum-Stiftung widmet sich dem Nachlass des Orchesterleiters. Zudem hat sie den Preis ins Leben gerufen, "weil besonders junge Dirigenten vor Herausforderungen stehen, die auch der materiellen Unterstützung bedürfen", wie der 2. Stiftungsvorstand Klaus Schultz auf Anfrage von musik heute sagte. "Vor allem aber sollen erste Profilierungen erkannt und anerkannt werden", erklärte er. Der Preis solle regelmäßig verliehen werden, die Abstände würden noch geklärt, so Schultz.

Eugen Jochum zählte zu den herausragenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts und war einer der bekanntesten Interpreten der Werke Anton Bruckners. 1949 gründete er das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das er bis 1960 leitete und zu einem der führenden Orchester Deutschlands machte. Die Stiftung will Jochums Partituren, Briefe und Aufzeichnungen sowie seine Bibliothek ordnen und der Forschung zugänglich machen. Die Musikwissenschaftlerin Renate Ulm wird bei der Arbeit an einer umfangreichen Biographie unterstützt.

(wa)

http://eugenjochumstiftung.com/

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , , ,
Print Friendly
Andere Beiträge