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Nussknacker – Tschaikowskys Ballett aus der Dresdner Semperoper

24. Dezember 2013 - 08:04 Uhr

Mittwoch, 25. Dezember 2013 / 23:20 – 01:00 Uhr
ARTE

Ballett (Deutschland 2011) Peter I. Tschaikowskys "Der Nussknacker", 1892 in Sankt Petersburg uraufgeführt, zählt heute zu den weltweit meistgespielten Balletten. Die melodienreiche Musik spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Die Produktion des Semperoper Balletts legt ihren Fokus auf eine traditionelle und zugleich fantastische Umsetzung und verortet das Märchen im Umfeld einer Dresdner Weihnacht.

Der Nussknacker

Der Nussknacker

Die Geschichte vom Nussknacker und dem Mäusekönig wurde von E. T. A. Hoffmann geschrieben, durch Alexandre Dumas bearbeitet und durch Tschaikowskys Vertonung zu einem der populärsten Ballette der Welt. Das Libretto verfasste Marius Petipa, und die Uraufführung choreographierte Lew Iwanow für das Mariinski-Theater in Sankt Petersburg. Diese Neuinszenierung orientiert sich zwar an den historischen Vorbildern, erzählt die Geschichte aber etwas anders.

Bei ihnen steht Marie im Mittelpunkt der Handlung, sie lebt mit ihrer Familie Ende des 19. Jahrhunderts in Dresden. Während der berühmte Striezelmarkt seine Tore schließt, werden im Wohnzimmer die letzten Vorbereitungen für den Heiligen Abend getroffen. Endlich dürfen Marie und ihre Geschwister an den Weihnachtsbaum und ihre Geschenke auspacken. Da erscheint ein unheimlicher Gast: Drosselmeier. Doch schnell verlieren die Kinder ihre Angst, denn er hat die wunderbarsten Geschenke mitgebracht.

Marie (Anna Merkulova)bekommt von ihm einen Nussknacker geschenkt und ihr Bruder einen gruseligen Mäusekönig mit sieben Köpfen. Irgendwann ist auch das schönste Fest zu Ende und die Kinder müssen ins Bett. Um Mitternacht schleicht sich Marie zurück und erschrickt zu Tode, als sie ihren Nussknacker von einer großen wilden Mäuseschar belagert sieht. Mutig will sie ihn befreien, doch sie stürzt und bricht ohnmächtig zusammen.

Auf einmal beginnt alles zu wachsen, der Weihnachtsbaum, das Sofa und selbst Marie. Aus dem kleinen Mädchen wird eine junge Frau. Auch Nussknacker und Mäusekönig verändern sich, sie werden lebendig. Kaum zum Leben erwacht, stehen sie sich feindlich gegenüber und bilden aus dem anderen Spielzeug im Zimmer ihre Armeen. Schon wütet ein wilder Kampf, aus dem der Nussknacker nur durch das mutige Eingreifen von Marie als Sieger hervorgeht. Und wieder eine Verwandlung, aus dem Holzsoldaten wird ein Prinz, der mit Marie durch das Weihnachtsland zieht und sie ins Land der Süße, zu seiner Mutter, der Zuckerfee, bringt. Dieses Land ist noch fantastischer als alles bisher erlebte, das Schloss voller Süßigkeiten aus aller Welt hat es Marie besonders angetan.

Für die Zuschauer im Saal und vor den Fernsehschirmen kann es leider nur ein Fest für die Augen sein. In einem Ballon schwebt die Zuckerfee mit ihrem Gatten ein und bedankt sich bei der jungen Frau für die Rettung ihres Sohnes. Doch auch dieses Fest währt nicht ewig und das junge Paar muss das Land der Süße wieder verlassen. Inzwischen ist Maries Mutter auf der Suche nach ihrer Tochter und findet sie auf dem Sofa, ihren hölzernen Nussknacker in den Armen. Leicht verwirrt erwacht Marie und ist sich doch sicher das vergangene Abenteuer erlebt zu haben, denn sie hat einen Beweis dafür.

Mit: Yumiko Takeshima (Zuckerfee), Jirí Bubenícek (Gemahl Zuckerfee), István Simon (Nussknacker, Prinz), Anna Merkulova (Marie), Tanzkompagnie: Dresdener Semperoper Ballett, Studenten der Palucca-Hochschule für Tanz Dresden, Choreographie: Aaron S. Watkin, Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden, Dirigent: Vello Pähn

Aaron S. Watkin, der aus Kanada stammende Ballettdirektor der Dresdner Company arbeitet für diese Produktion sehr eng mit der berühmten Dresdner Palucca-Schule und ihrem Rektor Jason Beechey zusammen. Dem ehemaligen ersten Solisten von William Forsythe in Frankfurt liegt viel an künstlerischer Qualität und Präzision – dass dieses und die Förderung des Nachwuchses sich nicht ausschließen müssen, will er mit diesem Nussknacker unter Beweis stellen.

(pt/wa)

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