Komische Oper: Kosky "ohne Wehmut" in letzte Saison

28. Juni 2021 - 16:32 Uhr

Berlin (MH) – Barrie Kosky geht ohne Wehmut in seine letzte Spielzeit als Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. "Das ist kein Grund für Melancholie, für Nostalgie oder Beweihräucherung, sondern ein ganz natürlicher und notwendiger Vorgang", sagte der Australier (54) am Montag bei der Vorstellung der Saison 2021/22. "Intendanzen müssen enden, damit neue künstlerische Wege eingeschlagen werden können."

Barrie Kosky

Barrie Kosky

Auf dem Programm der Spielzeit stehen elf Neuproduktionen, darunter drei Premieren, die durch die Pandemie in den vergangenen Monaten abgesagt werden mussten. Einen Schwerpunkt bildet das Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts. Kosky inszeniert unter anderem "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Kurt Weill und Bertolt Brecht aus dem Jahr 1930. Die Saisoneröffnung überlässt er dem russischen Regisseur Evgeny Titov, der mit George Enescus "Œdipe" (1936) sein Hausdebüt gibt.

Mit der Kinderoper "Die Zaubermelodika" des finnischen Jazzkomponisten Iiro Rantala kommt ein weiteres Auftragswerk der Komischen Oper zur Uraufführung. Am Pult steht Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis, für den es ebenfalls die letzte Spielzeit an der Komischen Oper ist.

Zum Saisonfinale plant Kosky neben der Verdi-Oper "Falstaff" eine "All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue". Dazu hat er Wegbegleiter wie Dagmar Manzel, Katharine Mehrling, Max Hopp, Helmut Baumann, die Geschwister Pfister und Ruth Brauer-Kvam eingeladen.

Der Chef der Komische Oper lässt seinen Vertrag im Sommer 2022 nach dann zehn Jahren auslaufen. Seine Nachfolge übernehmen die Geschäftsführende Direktorin Susanne Moser und der Operndirektor Philip Bröking als Ko-Intendanten. Kosky bleibt dem Haus, das in den kommenden Jahren saniert werden soll, als Regisseur mit jährlich zwei Inszenierungen erhalten.

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(wa)

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